Unsere Erde ist bedeckt von einer Vielzahl von Pflanzen in verschiedenen Formen, Größen, Farben und Düften. Viele dieser Pflanzen enthalten Verbindungen, die normalerweise nicht mit bloßem Auge erkennbar sind: Sie verstecken sich in den Wurzeln, Blüten, Samen, der Rinde oder anderen Teilen der Pflanze. Diese Verbindungen werden als ätherische Öle bezeichnet. Sie sind hochkonzentriert, was sie extrem wirksam macht. Ätherische Öle, die auch als flüchtige aromatische Verbindungen bezeichnet werden, verleihen einer Pflanze ihr Aroma, schützen sie vor rauen Umweltbedingungen und Insekten und spielen sogar eine Rolle bei der Bestäubung der Pflanzen. Wenn Sie das Wort „flüchtig“ hören, vermuten Sie dahinter vielleicht eine negative Bedeutung. Im Falle von ätherischen Ölen bezieht sich die Flüchtigkeit jedoch auf die Fähigkeit einer Substanz, ihren Zustand schnell zu ändern. Die chemische Zusammensetzung der flüchtigen aromatischen Verbindungen in ätherischen Ölen ermöglicht es ihnen, sich schnell durch die Luft zu verteilen. Deshalb können Sie das intensive Aroma eines ätherischen Öls sofort nach dem Öffnen der Flasche riechen – und zwar schon aus der Ferne.

Wie funktionieren ätherische Öle?

Da sich flüchtige aromatische Verbindungen schnell durch die Luft bewegen, können Sie den Duft erleben, wenn die Verbindungen direkt mit den Sensoren in Ihrem Gehirn interagieren. Bislang wurden über 3.000 Arten von flüchtigen aromatischen Verbindungen entdeckt. Gut zu wissen also, dass diese Verbindungen den Nutzen, das Aroma und die Art jedes ätherischen Öls stark beeinflussen. Aufgrund seiner einzigartigen chemischen Zusammensetzung variiert jedes ätherische Öl von Art zu Art und sogar von Pflanze zu Pflanze. Das empfindliche Verhältnis der aromatischen Bestandteile eines jeden ätherischen Öls macht es einzigartig und verleiht ihm besondere Vorteile.

Ätherische Öle sind kein neuer Trend

Obwohl manche die ätherischen Öle als neuen Trend betrachten, ist die Verwendung von Pflanzenextrakten und pflanzlichen Produkten tief in den Traditionen der Vergangenheit verwurzelt. Alte Zivilisationen verwendeten Pflanzen für Dinge wie Aromatherapie, Körperpflege, Gesundheitspflege, religiöse Zeremonien, Schönheitsbehandlungen und zur Nahrungszubereitung.

Wie wurden ätherische Öle früher verwendet?

Die Verwendung ätherischer Öle ist keine Modeerscheinung, sondern hat eine lange Tradition, die vor Jahrhunderten in Zivilisationen auf der ganzen Welt begann.

  • Ägypten: Die Ägypter nutzten pflanzliche Produkte für Schönheitsbehandlungen, zur Zubereitung ihrer Lebensmittel, bei Bestattungsritualen und in religiösen Zeremonien.
  • Griechenland: Im antiken Griechenland erkundeten Menschen wie Homer und Hippokrates die aromatischen Anwendungen von Pflanzen und bauten dabei auf den Entdeckungen der frühen Ägypter auf.
  • Rom: Die alten Römer verwendeten oft Pflanzenextrakte für Massagen, Parfüms und Duftbäder.
  • Iran: Im Mittelalter benutzten und tauschten die Menschen im Iran oft Gewürze oder Harze gegen Parfümerzeugnisse und zur Gesundheitspflege.
  • Indien: Die ayurvedische Medizin, eine in Indien heimische, ganzheitliche Heilkunst, hat sich über mehr als 5.000 Jahre entwickelt und arbeitet mit Aroma- und Pflanzenstoffen.
  • China: Seit Jahrhunderten werden in den traditionellen chinesischen Praktiken auch Pflanzenmaterialien zur Förderung des Wohlbefindens verwendet.
  • Frankreich: René Gattefossé, ein französischer Chemiker, gilt als der erste, der den Begriff „Aromatherapie“ prägte, nachdem er im 19. Jahrhundert ätherische Öle gründlich studiert und erforscht hatte.